Ausstellungsgestaltung Cap-Arcona-Dokumentationszentrum
Description du marché
Die Lübecker Bucht und die Stadt Neustadt in Holstein waren am Ende des Zweiten Weltkriegs Schauplatz einer beispiellosen Tragödie im Kontext der Auflösung der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Als eines der letzten von den Alliierten noch nicht besetzten Rückzugsgebiete im Deutschen Reich wurde Schleswig-Holstein das Ziel von Todesmärschen, bei denen die SS Tausende von KZ-Häftlingen zu Fuß, per Bahn oder per Schiff verschleppte. Die größte Konzentrierung von Häftlingen fand auf Schiffen in der Lübecker Bucht statt und war in dieser Form einzigartig. Die Bombardierung dieser Schiffe, insbesondere der „Cap Arcona“, führte am 3. Mai 1945 zu einer Schiffskatastrophe, bei der mehr als 7.100 Menschen starben. Die Ermordung von mehreren hundert Häftlingen aus dem KZ Stutthof am Ufer in Neustadt war ein weiterer Teil der Tragödie – wenige Stunden bevor die britische Armee Neustadt besetzte und befreite. Da die Leichen der Opfer an zahlreichen Orten entlang der Lübecker Bucht angeschwemmt wurden, entstanden in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Friedhöfe und Gedenkstätten. In den vergangenen Jahren hat sich hier eine lebendige, von bürgerschaftlichem Engagement getragene Gedenk- und Erinnerungskultur herausgebildet, die von länderübergreifender und internationaler Kooperation geprägt ist. Der 1948 eingeweihte Ehrenfriedhof am Neustädter Strand ist bis heute jedes Jahr Ort einer zentralen Gedenkfeier für die Opfer der Cap-Arcona-Katastrophe, an der Überlebende und deren Nachfahren und Angehörige von Opfern aus vielen Staaten teilnehmen. Die Stadt Neustadt in Holstein wird mit dem Cap-Arcona-Dokumentationszentrum in der Neustädter Innenstadt einen zeitgemäßen Gedenk-, Erinnerungs- und Lernort schaffen, in dessen Mittelpunkt die Ereignisse am 3. Mai 1945 stehen und der den historischen und internationalen Dimensionen des Geschehens gerecht wird. Dies sind neben dem beschriebenen Kontext der Kriegsendphase die hohen Opferzahlen, die international zusammengesetzte „Häftlingsgesellschaft“, die lange unterschiedliche Gedenk- und Erinnerungskultur in Ost- und Westdeutschland sowie die große Bedeutung für die Nachkommen der Opfer aus vielen Ländern. Der Bau des neuen Dokumentationszentrums mit 300 qm Dauerausstellungsfläche und weiteren Nutzungsflächen ersetzt als Anbau an das stadthistorische Museum zeiTTor das seit 1990 bestehende, nur 40 qm große und nicht barrierefrei zugängliche „Museum Cap Arcona“. Gegenstand dieser Ausschreibung ist die Entwicklung, Planung und Umsetzung (entsprechend der Leistungsbilder der HOAS, Neufassung 2022) der Dauerausstellung im noch zu errichtenden Dokumentationszentrum, der sachgemäßen Einrichtung von Sonderausstellungsraum und Gruppenarbeitsraum, eines begleitenden Mediaguides, einer Corporate Identity (CI)/grafischen Konzepts und von Informationstafeln zur Aufwertung und Erweiterung der Informationsangebote im öffentlichen Raum in Neustadt in Holstein.
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