Flutpolder Linkes Muldevorland - Erarbeitung eines qualifizierten Fachgutachtens zur Ermittlung des bergbaubedingten Retentionsraumverlusts an der Mulde zwischen Bad Düben (Sachsen) und Bitterfeld (Sachsen-Anhalt)
Description du marché
"Diese Bekanntmachung/ Vorinformation ist ein Aufruf zum Wettbewerb", gem § 38 Abs.4 S. 1 Nr. 3 VgV (die Aufträge werden ohne spätere Aufforderung eines Wettbewerbsaufruf vergeben) Interessierte Unternehmen werden aufgefordert, ihr Interesse mitzuteilen (Interessenbekundung). Die Interessenbekundung ist über den nachfolgendenen Upload-Link zu bekunden (https://storage.c10870-lhw.de/u/d/e581be8623f74fe887f1/ (ggf. Link in Browser kopieren und öffnen)). Die Interessenbekundung muss den Firmennamen und eine E-Mailadresse für den weiteren Verfahrensablauf beinhalten. ...................................................................................................................................................... Leistungsumfang: Die in den folgenden Unterpunkten beschriebenen Arbeitsschritte greifen teilweise ineinander und bedingen sich, deshalb unterliegt die zu erbringende Leistung einem iterativen Prozess. + 3.1 Räumliche und zeitliche Abgrenzung des Untersuchungsgebiets: Die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes soll aus der Betrachtung zur historischen Aue und fachlicher Bewertungen zum Retentionsraum und historischer Hochwassermarken hergeleitet werden. Die Bedeutung bisheriger Retentionsraumoptimierungen durch Flutpolder und Deichrückverlegungen muss in die Bewertung und Abgrenzung einfließe. Das bedeutet, dass eine Analyse zur Wirkung und räumlichen Ausdehnung der bereits in Umsetzung befindlichen Polderstandorte durchgeführt werden muss. Im Zuge der Bearbeitung ist die Vorgabe des AG für das Untersuchungsgebiet zwischen Bad Düben (Sachsen) und Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) zu plausibilisieren. + 3.2 Ermittlung der historischen Aue (Retentionsraum) der Mulde als Referenzzustand: Für das in 3.1 festgelegte Untersuchungsgebiet ist die historische Aue der Mulde und der relevanten Zuflüsse zu ermitteln, um eine Referenz (Urzustand vor bergbaubedingten Eingriffen) zum heutigen Retentionsraum definieren zu können. Basis hierfür können verschiedene historische Kartengrundlagen wie bspw. die Preußischen Urmesstischblätter (1868-1877) und die Preußische Landesaufnahme (1877-1919) bilden. Sie zeigen die vorbergbauliche Landnutzung inklusive historischer Gewässerläufe und der Aue der Mulde. Zur Ermittlung der historischen Aue (Retentionsraum) sind auch die bergbaulichen Risswerke aus dem Archiv der LMBV einbeziehen. Hiermit können die vorbergbauliche Nutzung sowie die historischen Gewässerläufe ermittelt werden. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob weitere fachliche Grundlagen zur Ermittlung der vorbergbaulichen Auenflächen geeignet sind oder ergänzend genutzt werden können, beispielsweise: - a) digitales Geländemodell DGM05 oder DGM10 (aufbereitet aus dem DGM01) - b) Wassertiefen bei einem Hochwasser mit niedriger Wahrscheinlichkeit (HQ200) und Anschlaglinien bei HQ extrem (erarbeitet im Rahmen der Umsetzung der HWRM-RL) - c) Verbreitung auentypischer Sedimente und Böden (ableitbar aus der VBK50) - d) historische Geologische Karte (GK25) - e) Grundwasserflurabstand Es ist zu untersuchen, inwiefern ein digitales, vorbergbauliches Geländemodell erstellt werden kann und für die gestellte Aufgabe zielführend ist. Die Methodik zur Ableitung der vorbergbaulichen Auenflächen ist zu entwickeln und dem Auftraggeber zur Bestätigung vorzustellen. + 3.3 Ermittlung der aktuellen (heutigen) Auenflächen – Ist-Zustand: Zur Ermittlung der aktuellen Auenflächen im Referenzgebiet ist ein geeigneter Vorschlag zu erarbeiten. Es wird prinzipiell davon ausgegangen, dass für die Untersuchung an großen Fließgewässern Informationen über Deichverläufe und die ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete eine wesentliche Grundlage bilden. + 3.4 Vergleich vorbergbauliche Auen mit aktuellen Auenflächen: In dem Vergleich der historischen, vorbergbaulichen Auenflächen mit den aktuellen, rezenten Auen ist herauszuarbeiten, wie hoch der Verlust an Auenflächen ist. + 3.5 Recherchen historischer Hochwassermarken und Hochwasserereignisse: Die historischen Hochwassermarken und die eingetretenen Hochwasserereignisse (Hochwasserganglinie) sind im Verhältnis heutiger Abflussszenarien (HQT) gegenüberzustellen. Es ist ein Vergleich der Gefährdungspotentiale früher und heute aufzustellen und auszuwerten. + 3.6 Ermittlung des Retentionsraumverlustes: Die Ergebnisse aus den Recherchen stellen die Grundlage für die Berechnung des Retentionsraumverlustes, welcher in Folge des Braunkohleabbaus entstanden ist und heute nicht mehr als Retentionsraum zur Verfügung steht. Es ist zu ermitteln, ob ein bergbaubedingter Retentionsraumverlust im Vergleich zum Ist-Zustand vorliegt und wenn ja ist dieser zu quantifizieren. Dieses Ergebnis ist mit einem geeigneten, nach Wahl des AN, Arbeitsprogramm kartographisch, textlich und tabellarisch aufzubereiten und dem Auftraggeber vorzustellen. Um eine mengenmäßige Einordnung zu erhalten, sollte der Retentionsraumverlust mindestens in Kubikmeter ausgewiesen werden. + 3.7 Fachliche Einordnung inklusive Defizitanalyse: Die gewonnenen Erkenntnisse sind fachlich einzuordnen und zu bewerten. Die Ergebnisse sind auch unter dem Aspekt der neu entstandenen Seen und der bereits konzipierten und sich in Umsetzung befindlichen Hochwasserschutzmaßnahmen der Länder SN und ST zu interpretieren. Es sind Vorschläge zur Umsetzung zu unterbreiten. Mögliche fachliche Defizite sind aufzugreifen und zu benennen. + 3.8 Fazit und Ausblick: Aus den gewonnenen Erkenntnissen ist eine Methodik für die Qualifizierung der Retentionsraumverluste zu entwickeln und zusammenfassend darzulegen. Im Ergebnis ist eine fachliche Bewertung vorzunehmen, ob der infolge der Tagebautätigkeit verlorengegangene Retentionsraum durch die von der LMBV umgesetzten Maßnahmen vollständig ausgeglichen ist oder nicht. Ist dies nicht der Fall, sollte die Differenz zwischen dem vorhandenen Retentionsraum vor Beginn der Tagebautätigkeit und im derzeitigen Zustand dargestellt werden.
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