Friedhofentwicklungsplanung 2035+, Wiesbaden
Description du marché
Ausgangssituation: Anlass, Inhalte, Ziele und Nichtziele Friedhöfe sind Orte für Bestattung und Gedenken der Verstorbenen und haben zudem als Grün- und Freiflächen vielfältige weitere Funktionen für die Stadt. Insbesondere im Rahmen der Innenentwicklung/Nachverdichtung im Stadtgebiet Wiesbaden bekommen die Friedhöfe zusätzliche Bedeutung im Hinblick auf die Grünversorgung und Erholungsnutzung sowie auch Klimaanpassung und Biodiversität. Viele der 21 Friedhöfe im Stadtgebiet von Wiesbaden besitzen historische Bedeutung. Ihnen wird zum Teil ein besonderer denkmalpflegerischer Wert beigemessen. Für zukünftige Bedarfe wurden in der Vergangenheit Friedhofserweiterungsflächen im Stadtgebiet vorgehalten bzw. planungsrechtlich gesichert. Die Veränderungen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in den letzten Jahrzehnten, wie z.B. eine zunehmende Individualisierung sowie Veränderungen hinsichtlich der Religionszugehörigkeiten und -ausübungen, haben einen Wandel der Bestattungsrituale mit sich gebracht und wirken sich unmittelbar auf die Gestaltung der Friedhöfe aus. Diese Entwicklungen führen zum Teil zu Flächenüberhängen auf den Friedhöfen, aber auch zu sinkenden Nutzungen der gesamten vorgehaltenen Friedhofsinfrastruktur und tragen zum Rückgang der Trauerhallennutzungen auf den kommunalen Friedhöfen bei. Der Friedhofsflächenüberhang aufgrund flächensparender Urnenbeisetzungen steigt weiterhin an, obwohl die Bestattungszahlen die letzten Jahre gleichbleibend sind. Die Bestattungsstatistiken zeigen in Wiesbaden einen Trend zur Urnenbeisetzung, derzeit über 80 % Urnenbeisetzungen (aktuelle Statistik 2024). Damit geht unweigerlich die Auslastung der Bestattungsflächen zurück. Die innerhalb der Friedhöfe freiwerdenden, oft kleinteiligen Flächen müssen vom Betreiber kostspielig gärtnerisch unterhalten und die Verkehrssicherungspflicht gewährleistet sein. Dem stehen einerseits sinkenden Gebühreneinnahmen und andererseits steigende Unterhaltungskosten gegenüber. Innerhalb des Gebührenhaushalts der Friedhöfe geht die wirtschaftliche Tragfähigkeit aufgrund der voran genannten Gründe noch mehr als bisher zurück. Vor diesem Hintergrund ist eine Auseinandersetzung mit den Funktionen und der strategischen Entwicklung des Friedhofswesens als ein wesentlicher Bestandteil des Gemeinwesens dringend erforderlich. Eine Herausforderung ist es, den Friedhof zukunftssicher zu machen, die Bestattungsangebote attraktiver zu machen gestalten, auszuweiten und zu sichern, aber auch seine Bedeutungen neben der Bestattungsaufgabe hervorzuheben: Erholungsfunktion und Freizeitwert (vor allem für Innerstädtische Friedhöfe), ökologische Funktionen, stadtklimatische Funktionen, kultureller Wert, soziale Funktion und Gesundheitsfunktion. Friedhöfe sind für die Stadt weitaus mehr als nur Orte für Bestattungen. Die Erstellung der Friedhofsentwicklungsplanung (FEP) ist daher ein notwendiger Beitrag zur langfristigen Stabilisierung der Friedhofsgebühren und dient der Sicherstellung der ursprünglichen Aufgaben eines Friedhofes/der Friedhöfe und deren dauerhaften Erhalt. Die zu bearbeitenden Themenfelder sind aktueller denn je, vor allem wenn es um Aspekte wie Wirtschaftlichkeit, Flächenmanagement oder zukunftssichere Gestaltung der Friedhöfe geht - nur mit einem soliden und strategischen Konzept können passgenaue Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt sowie dringend notwendige Veränderungen angestoßen werden. Ziele Die Erstellung der Friedhofsentwicklungsplanung soll als Ergebnis ein maßgeschneidertes identitätsstiftendes Zielbild für Wiesbadens Friedhöfe generieren. Die daraus abgeleiteten Aufgaben- und Maßnahmenkataloge stellen sicher, dass die Friedhöfe der Stadt Wiesbaden langfristig als Orte der Trauer und Begegnung sowie als grüne Erholungsräume aber auch Rückzugs- bzw. Lebensräume für Tiere und Pflanzen erhalten und zukunftsweisend entwickelt werden können. Im Wesentlichen ist eine Strategie für den Umgang mit sinkenden Flächenbedarfen und den sich wandelnden Bestattungsverhalten zu erarbeiten. Die sich in Nutzung befindlichen Beisetzungsflächen werden reduziert und räumlich konzentriert. Die Ausnutzung der vorhandenen Flächenpotentiale ist zu verbessern. Umsetzungsmöglichkeiten zeitgemäßer Beisetzungsarten sind aufzuzeigen. Es ist ein Gestaltungskonzept zu erarbeiten, welches reduzierten Pflegeaufwand beinhaltet. Ebenso sind Grundlagen und Begründungen für Gebührenanpassungen abzuleiten, sowie eine am Bedarf orientierte Bereitstellung von Haushaltsmitteln (z.B. über eine Grundinvestition pro Fläche). Die Ergebnisse sind in einer textlichen Ausarbeitung sowie in Tabellen und Plänen darzustellen (siehe Lesitungsbeschreibung). Nichtziele • Die konkrete Planung von Einzelmaßnahmen • Die Erstellung eines Pflege- und Gestaltungshandbuchs • Die Ermittlung von Kosten für Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen der Friedhofsinfrastruktur (Friedhofsgebäude, Wege-, Kanal- und Leitungsnetze sowie Einfriedungen) • Eine Erneuerung der Friedhofsgebührenordnung
Pouvoir adjudicateur
Recevoir les prochains marchés Architecture, ingénierie & conseil technique en Allemagne par email
Alerte quotidienne · 7 000 nouveaux marchés/jour
Pas de spam · Désabonnement en 1 clic