Modernisierung Stadthalle Karlsruhe
Description du marché
Stand Gestühl Brahmssaal 2017 wurde die Revitalisierung des Gestühls im Brahmssaal ausgeschrieben und vergeben. Die Arbeiten an dem Gestühl gliedern sich in die Bereiche Holz-, Metall- und Polsterarbeiten. Die Stühle, nachfolgend näher beschrieben, wurden durch den Auftragnehmer ausgebaut und zur Aufarbeitung mitgenommen. Für den brandschutztechnischen Nachweis wurde ein Brandtest mit überarbeiteten Stühlen erfolgreich durchgeführt sowie ein Stuhl bemustert und durch den Auftraggeber frei gegeben. Auf dieser Basis wurden die Stühle auseinandergenommen, Stahlteile neu beschichtet und Polsterteile neu gepolstert. Diese Arbeiten sind jedoch nur teilweise erfolgt, so dass noch Polsterteile fehlen und die Stühle wieder zusammengebaut werden müssen. Der Auftragnehmer ist inzwischen in die Insolvenz gegangen. Aufgabenstellung Durch die Insolvenzverwaltung wurden alle Teile im Bearbeitungszustand gesichert. Diese liegen verpackt, getrennt nach Metallbauteilen, Polsterteilen und Kleinteilen in einem Lager. Die Fertigstellung der einzelnen Bauteile, die Lieferung auf die Baustelle und Endmontage soll jetzt neu verdingt werden. Ausgehend davon, dass alle Teile und Komponenten, mit Ausnahme von noch zu polsternden Teilen und dazugehörigen Schäume, vorliegen, sind folgende Schritte geplant: - Überführung der verpackten Teile in ein geeignetes Lager des neuen AN - Inventur aller Teile mit Dokumentation - Stichpunktartige Überprüfung der bereits aufgepolsterten Polsterteile hinsichtlich Ausführung mit Vlieseinlage (Fireblocker) - Fertigstellung noch aufzuarbeitender Teile, hauptsächlich Polster - Beschaffung von fehlenden Stoffen, Vliesen, Schäumen, Holz- und Kleinteilen - Beschaffung von Beschriftungsschilder aus Aluminium nach Abstimmung und Vorgabe mit dem AG - Herstellen eines Musterstuhls, analog vorhandenem Musterstuhl - Lieferung und Montage der Stühle auf der Baustelle. - Entsorgung von nicht mehr benötigten Materialien. Beschreibung der Stühle Es handelt sich insgesamt um 1760 Stühle in 3 Grundvarianten, bedingt durch die Ausbildung des Gestühls, welches durch Drehung jeder 2. Reihe zu einer Plenarbestuhlung verändert werden kann. Die Stühle sind, mit Ausnahme der vordersten Reihen, in einem bauseitig vorhandenen Quellluftauslass gesteckt montiert. Holzteile Der Stuhl besteht aus insgesamt 10 Holzteilen, davon sind 6 nicht sichtbar, weil sie überpolstert, werden und vier sichtbar. Die nicht sichtbaren Teile sind CNC-bearbeitet, gelocht, gebohrt und konturiert, gefräst, in der Oberfläche aber roh ohne Oberflächenbehandlung. Diese Teile dienen als Grundpolsterplatte für alle Polsterteile. Die sichtbaren Teile (Sitzbrett, Rückenteil, Kopfteil und Tisch) sind beidseitig mit einem HPL (Hochdrucklaminat) wasserfest verpresst, die Kanten geschliffen und zweifach mit 2 Komponenten PUR-Lack (kratz- und stoßfest, UV-beständig) lackiert. Metallteile Das Metallgestell wurde komplett in seine 23 Einzelteile zerlegt, behutsam mit Glasperlen gestrahlt und somit von Altbeschichtungen (Epoxidharz) befreit. Die Seitenteile bestehen aus Aluminium-Gussteilen, das Grundgestell aus Stahl. Die Metallteile wurden wieder pulverbeschichtet und liegen oberflächenfertig vor. Die Federbuchse mit Spiralfeder zum Hochklappen der Sitzfläche konnte nicht gestrahlt werden, da das Gehäuse verpresst und verschweißt ist und darüber hinaus mit einem Kunststoffring abgedichtet, was ein Strahlen unmöglich macht; die Feder ist somit noch die Ursprüngliche. Das Gehäuse der Buchse wurde geschliffen und neu lackiert. Das Hauptdrehlager des Stuhles ist als Walzenlager ausgebildet. Der Bowdenzug zum Entriegeln des Arretierungsbolzen für die Drehfunktion bei parlamentarischer Anordnung war verschlissen und wurde ersetzt. Überarbeitet wurden darüber hinaus zwei Kugelschnäpper zum Arretieren des aufgeklappten Tisches. Polsterarbeiten Der Stuhl besteht aus insgesamt 6 bzw. 7 gepolsterten Teilen. 4 dieser Polsterteile sind Formteile, das heißt sie haben Kuhlen und Wölbungen, Vertiefungen und Eckradien. Die Rückenlehne aus OptiFoam HR35M der Fa. Avek bvn Niederlande, die Sitzpolster aus DEFLAMMO FF 5760 der Fa. Eurofoam GmbH, Kremsmünster Bei der Armlehne, welche aus zwei Teilen besteht, wurde ein B 1-Polsterschaum verwendet. Als Bezugstoff wurde Stoff der Fa. Kvadrat, Steelcut Trio 3 aus 90% Wolle 10% Nylon mit 770 g/lin.m verwendet, welcher nach dem Zuschnitt gekettelt werden muss, um ein Ausreißen der Fäden zu verhindern: an den Kanten vernäht. Zwischen Polsterschaum und Stoff ist eine Vlieseinlage als Fireblocker von Norafin aus 100% Aramid mit 250 g/m² eingebracht, mit einer einfachen Naht zum Zusammenfügen der Teile und anschließend mittels stabiler Kappnaht als dekorative Naht.
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