Verbundprojekt FGZ
Description du marché
Die Leistungsdauer wird für 4 Jahre angesetzt. Die Leistung besteht in der Erstellung der Studie wie im Projektantrag beschrieben und in der Veröffentlichung undggf. öffentlichkeitswirksamen Präsentation der Studie, zum Beispiel über die Veröffentlichung als Diskussionspapier und ggf. eine Pressemitteilung. Zudem wird aktiv im FGZ mitgewirkt, etwa durch Teilnahme an Projekttreffen. Nach den Transformationsschocksder Nachwendezeit trifft nun die ökologische Transformation in Form des Braunkohleausstiegs Mitteldeutschland besonders hart. Dabei stellen sich zahlreiche Fragen zu den Biografien und neuerlichen Biografiebrüchen der direkt betroffenen Beschäftigten aberauch zu den wirtschaftlichen Perspektiven in den betroffenen lokalen Arbeitsmärkten. Grundlegende Fragen sind i) wer ist direkt betroffen (Alter, Geschlecht, Bildung, Einkommen, Beruf, bisheriger Erwerbsverlauf); ii) wo leben die direkt Betroffenen (gibt eslokale Konzentrationen an Betroffenheit); iii) was sind die (antizipierenden) Reaktionen der Betroffenen auf den Kohle-ausstieg; iv) welche Konsequenzen (Beschäftigungsverlust, Berufswechsel, Umzug, Einkommensänderung) hat der Strukturwandel für betroffeneBeschäftigte, lokale Arbeitsmärkte und die Region als Ganzes? Als Analysegrundlage sind Sozialversicherungsdaten auf Personenebene (Stichproben der Integrierten Erwerbsbiografien des IAB) vielversprechend, denn sie erlaubenals Paneldatensatz die Beobachtung einer großen Zahl von konkreten Individuen über einen langen Zeitraum und über den Wechsel von Arbeitgeber, Branchen und Regionen hinweg. Um verallgemeinerbare Aussagen treffen zu können, ist ein vorwiegend empirisch-quantitativesUntersuchungsdesign geplant. Unter Zuhilfenahme der Panelstruktur und geeigneter mikroökonometrischer Verfahren (Treatment-Kontrollgruppen-Vergleiche; etwa im Rahmen von 'Event-Studies') soll für die Fragenkomplexe iii) und iv) möglichst eine kausale Interpretierbarkeitder Ergebnisse angenähert werden. Als Ergebnis soll eine detaillierte Beschreibung der Erwerbsbiografien der Betroffenen vor, während und nach dem Kohleausstieg wertvolle Erkenntnisse über die Anpassungsfähigkeitvon Menschen an Strukturwandel liefern. Eine breite Literatur und eigene Vorarbeiten sowohl zu den Folgen von Arbeitsplatzverlust als auch zur Übertragbarkeit von Humankapital über Wirtschaftszweige hinweg bilden die Grundlage der Studie. Eigene Vorarbeiten umfassen Yi/ Müller/ Stegmaier (2017, American Economic Review); Fackler/ Müller/ Stegmaier (2021; Journal of the European EconomicAssociation) und Yi/ Müller/ Stegmaier (2024, Journal of Labor Economics). Diese Arbeiten nutzen die eingangs erwähnten Sozialversicherungsdaten und zeigen, i) den kausalen Effekt eines erzwungenen Branchenwechsels auf den Lohn (YSM 2017), ii) den kausalenEffekt eines Arbeitsplatzverlustes durch Arbeitgeberinsolvenz nach Größe und Entlohnungspraktiken des insolventen Unter-nehmens (FMS 2021)), iii) die Folgen ökonomischer Schocks auf lokale Arbeitsmärkte und deren Beschäftigte in Abhängigkeit von der vorherrschendenBranchenstruktur (YSM 2023).
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