Vergabe Vergärungsstufe
Description du marché
Kernelement ist die Vergabe der Planungs- und Bauleistungen für eine Vergärungsstufe als Vorschaltanlage der bestehenden Kompostierung im Rahmen eines Generalübernehmervertrags. Da der Zweckverband weder im Zusammenhang mit der Vergärung (Fermentation), noch im Umgang mit Biogas über eigene betriebliche Erfahrungen verfügt, sollen gleichzeitig auch die grundsätzlichen Betriebsleistungen mit vergeben werden. Um auch insoweit an der Wertschöpfung im Zusammenhang mit der Vergärung beteiligt zu sein, sieht die Zielstruktur die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft (ÖPP-Gesellschaft) mit dem privaten Partner, der im Rahmen des EU-weiten Vergabeverfahrens obsiegt, vor. Die ÖPP-Gesellschaft wird insoweit formal Betreiberin der Vergärungsstufe, während die Annahme und Vorbehandlung der Bioabfälle, die Kompostierung der festen Gärrückstände sowie die Erzeugung und Vermarktung von Bodenverbesserern auch nach Gründung der ÖPP-Gesellschaft unverändert in der Verantwortung des Zweckverbands bleiben, der diese Aufgaben mit eigenem Personal erledigt. Als Betreiberin der Vergärungsstufe übernimmt die ÖPP-Gesellschaft die entsprechend dem Betriebskonzept des privaten Partners vorbehandelten Bioabfälle vom Zweckverband, vergärt diese, nutzt das dabei erzeugte Biogas, entwässert den nach Vergärung anfallenden Gärrückstand (d.h. es entsteht ein flüssiges und ein festes Gärprodukt), sichert die Entsorgung des flüssigen Gärprodukts und übergibt das feste Gärprodukt zur weiteren aeroben Behandlung an den Zweckverband zurück. Nachfolgend werden die im Rahmen der Vergärungsstufe im Wesentlichen zu vergebenden Leistungen stichpunktartig dargestellt: - Verfahrenstechnische Konzeption der Vergärung (einschließlich Rohgasnutzung) und der Entwässerung; dabei hat der private Partner ein innovatives, ökologisch wie ökonomisch sinnvolles Betriebskonzept zu entwickeln; - ggf. Zuarbeit und Unterstützung des Auftraggebers bei der Anpassung der Anlagengenehmigung, da sich aus der Vergärung Auswirkungen auf die erteilte Genehmigung ergeben (z.B. in Form von Verfahrensbeschreibungen, Planunterlagen, Schemata etc.); - Planung/Lieferung/Bau/Integration der Verfahrenstechnik für die Vergärungsstufe mit nachgelagerter Entwässerung einschließlich der erforderlichen Mess-, Steuer- und Regeltechnik entsprechend der verfahrenstechnischen Konzeption des privaten Partners (Auftraggeber hierfür ist die ÖPP-Gesellschaft); - Inbetriebnahme der vom verfahrenstechnischen Konzept des privaten Partners umfassten Verfahrenstechnik und Begleitung des mindestens 3-monatigen Probebetriebs in Verantwortung des privaten Partners bis zur Abnahme; - Entwicklung eines wirtschaftlichen Betriebskonzepts (einschließlich eines Instandhaltungskonzepts) für die auftragsgegenständlichen verfahrenstechnischen Teilschritte und Zusicherung wesentlicher Betriebsparameter wie Rohbiogasertrag, Mengen an flüssigen und festen Gärresten, TS-Gehalt des festen Gärrests, Feststoffgehalt des flüssigen Gärrests, Verbräuche (Wärme, elektrische Energie, Trink- /Brauchwasser), Abwasser, Betriebsmittel (u.a. Flockungs-/Fällmittel), (externe) In-standhaltungskosten einschließlich Verschleiß-/Ersatzteile; - Erbringung sämtlicher Betriebsführungsleistungen für die vom verfahrenstechnischen Konzept umfassten Verfahrenstechnik und Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit der ÖPP-Gesellschaft (Auftraggeber hierfür ist die ÖPP-Gesellschaft); - Übernahme sämtlicher (externer) Instandhaltungsmaßnahmen entsprechend des erarbeiteten Instandhaltungskonzepts (Teil des Betriebskonzepts des privaten Partners); - Sicherstellung der Versorgung mit Verschleiß- und Ersatzteilen für die auftragsgegenständliche Verfahrenstechnik für den gesamten Zeitraum der betriebsgewöhnlichen Nutzungszeit unter Zusicherung von maximalen Lieferfristen; - Einzahlung des auf den privaten Partner als Mitgesellschafter entfallenden Stammkapitals auf das Konto der ÖPP-Gesellschaft; - Stellung eines Gesellschafterdarlehens sowie Sicherstellung erforderlicher Fremdfinanzierungsinstrumente durch privaten Partner, damit die ÖPP-Gesellschaft die notwendige Investitionstätigkeit in die vom verfahrenstechnischen Konzept des privaten Partners umfasste Verfahrenstechnik vornehmen kann. Weitere Einzelheiten der zu vergebenden Leistung werden in Stufe 2 des Verfahrens (Verhandlungsverfahren) für die zur Angebotsabgabe aufgeforderten Bieter in den Vergabeunterlagen dargestellt.
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